Präoperatives Training und endotheliale Regeneration

Diese Arbeitsgruppe untersucht in Kooperation mit der Deutschen Sporthochschule Köln den Einfluss von körperlicher Aktivität vor Operationen auf die Gefäßfunktion, die für das postoperative Ergebnis eine wesentliche Rolle spielt. Im Fokus stehen Mechanismen zur endothelialen Regeneration durch endogene Stimulation von proangiogenen Stammzellen, sogenannte Endothelvorläuferzellen (Endothelial Progenitor Cells), die durch körperliche Aktivität in ihrer Quantität und Funktion positiv beeinflusst werden (1). Da es bei einigen Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren (z.B. Diabetes, Hypertonus und Hyperlipidämie) möglich ist, dass die Blutgefäßwand geschädigt ist und es unter den Bedingungen einer Operation bzw. der darauffolgenden Heilungsphase zu einer Minderdurchblutung bestimmter Organe kommen kann, sind diese Zellen zum Schutz und zur Regeneration des Endothels von zentraler Bedeutung. Eine Minderdurchblutung aufgrund endothelialer Dysfunktion kann Wundheilungsstörungen, Infektionen oder Herzkreislaufkomplikationen nach der Operation begünstigen.

Konkret untersuchen wir, ob ein 4-wöchiges Training vor der Operation einen Einfluss auf die endotheliale Regeneration, die perioperative Inflammation und Wundheilung hat, mit dem Ziel das postoperative, klinische Ergebnis zu verbessern (Senkung der Inzidenz perioperativer Komplikationen, Verkürzung des Aufenthaltes auf Intensivstation und im Krankenhaus).

Referenz:

Schier R, El-Zein R, Cortes A, Liu M, Collins M, Rafat N, Teschendorf P, Wu HK, Heymach J, Mehran R, Riedel B: Endothelial progenitor cell mobilization by preoperative exercise: a bone marrow response associated with postoperative outcome. Br J Anaesth 2014; 113: 652-60

Bestimmung der Gefäßfunktion vor Operationen

Diese klinische Beobachtungsstudie befasst sich mit der Analyse der Brachialarterienreaktivität („brachial artery reactivity testing“) als Surrogatparameter der Gefäßfunktion. Eine zunehmende Patientenzahl ist aufgrund von Risikofaktoren, welche die Gefäßfunktion beeinträchtigen (z.B. dem metabolischen Syndrom), bei Operationen einem erhöhten Komplikationsrisiko ausgesetzt. Diese Gefäßfunktion kann vor Operationen indirekt gemessen werden und einen Beitrag zur Risikoeinschätzung vor operativen Eingriffen liefern, um möglicherweise die Komplikationsrate nach Operationen zu senken und die Patientensicherheit zu erhöhen.

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