Herz-Kreislaufstillstand und Reperfusion

In Europa werden jährlich schätzungsweise 400.000 Patienten mit einem außerklinischen Herz-Kreislaufstillstand wiederbelebt. Über 90 Prozent dieser Patienten versterben während der Wiederbelebungsmaßnahmen oder im Laufe ihres Krankenhausaufenthaltes. Obwohl die zugrundeliegenden Erkrankungen für einen Herz-Kreislaufstillstand wie zum Beispiel ein Herzinfarkt rückläufig sind, ist die Gesamtzahl  der überlebenden Patienten seit der ersten Einführung von Richtlinien zur Herz-Lungen-Wiederbelebung im Jahr 1966 nahezu gleichbleibend. Für die hohe Mortalitätsrate sind auch Prozesse im Körper verantwortlich, die in einem Zeitraum von Stunden bis Tagen nach einem initial überlebten Herz-Kreislaufstillstand auftreten. Durch bisher nur teilweise verstandene Mechanismen kommt es zu einer generalisierten Entzündungsreaktion im gesamten Körper mit Kreislaufschwäche und hohem Fieber. Das einer Blutvergiftung ähnelnde Krankheitsbild führt in circa 70 Prozent der Fälle zum Tod und ist im wissenschaftlichen Kontext als "Postreanimationssyndrom" bekannt. Unsere Untersuchungen folgen der Annahme, dass neben dem Gehirn auch Organe wie der Darm, die Leber oder die Milz eine ausschlaggebende Rolle in der Pathogenese des Postreanimationssyndroms spielen.

Die Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Uniklinik Köln betreibt ein Modell zur Simulation eines Herz-Kreislaufstillstandes. Wir sind an einer  interdisziplinären Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Fachrichtungen, Instituten und Kliniken interessiert. Gerne kooperieren wir mit interessierten Arbeitsgruppen. Darüber hinaus ermöglichen wir regelmäßig studentischen Kolleginnen und Kollegen medizinischer oder anderer naturwissenschaftlicher Herkunft die selbstständige Auseinandersetzung mit Projekten im Rahmen einer Promotionsarbeit.

Falls Sie sich für unsere Themen interessieren oder sich einbringen möchten, sind Sie herzlich dazu eingeladen, Kontakt mit uns aufzunehmen.

Univ.-Prof. Dr. Thorsten Annecke

Univ.-Prof. Dr. Thorsten Annecke, D.E.S.A.

Koleiter der Arbeitsgruppe

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