Klinische Forschung & Lehre

Die veränderte Bevölkerungsstruktur bringt es mit sich, dass sich in Zukunft immer mehr ältere Menschen mit teilweise gravierenden Begleiterkrankungen komplexen Operationen und Interventionen unterziehen müssen. Die Belastungen durch diese Verfahren und die Auswirkungen auf den vorerkrankten Organismus folgen hierbei eigenen Gesetzten. Hier gilt es, ein interdisziplinäres Konzept zu erstellen, welches den individuellen Erfordernissen des einzelnen Patienten gerecht wird. Der Anästhesiologie als „perioperativen Medizin“ kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Eine Entzündungsreaktion (Inflammation) spielt bei perioperativen und intensivmedizinisch komplizierten Verläufen eine herausragende pathophysiologische Rolle. Genannt seien hier beispielsweise Zustände nach großen Operationen, Blutvergiftungen (Sepsis), schweren Mehrfachverletzungen (Polytrauma), Herz-Kreislaufstillstand aber auch schwangerschaftsassoziierten Erkrankungen wie der Präeklampsie. Auch die Entwicklung eines postoperativen Delirs sowie das onkologische Langzeitüberleben werden mit der immunologisch besonders sensiblen perioperativen Phase in Zusammenhang gebracht.

Die Arbeitsgruppe untersucht in diesem Zusammenhang die Modulation der Inflammationsreaktion durch verschiedene anästhesiologische und intensivmedizinische  Interventionen. Schwerpunkte sind hierbei die vaskuläre Barrierefunktion/ endotheliale Glykokalyx, Hypoxie/Ischämie, Sepsis und Metabolismus, geburtshilflich anästhesiologisch-intensivmedizinische Fragestellungen sowie Anästhesie und Tumorprogression (Onko-Anästhesie). In enger Zusammenarbeit mit der AG Reanimation untersuchen wir die Pathophysiologie einer temporären zerebralen und globalen Ischämie. Wir kooperieren intensiv mit der Abteilung für experimentelle Anästhesie und Schmerzforschung und anderen Einrichtungen und Kliniken am Campus Köln sowie mit den Kliniken für Anästhesiologie an den Unikliniken Bochum und München (LMU).

Zur Bearbeitung unserer Fragestellungen stehen uns, teilweise in Kooperation, verschiedene Methoden der Grundlagenforschung (Zellkultur) und klinisch-orientierte experimentelle Modelle zur Verfügung. Wir führen klinische Studien durch und beteiligen uns an Multicenteruntersuchungen.

Unsere besondere Stärke liegt in der Praxisnähe mit enger Verzahnung zur klinisch anästhesiologisch-intensivmedizinischen Versorgung und zur studentischen Lehre. Gewonnene Erkenntnisse sollen zeitnah den Patienten und Studierenden zugutekommen.

Wir erarbeiten in Kooperation mit unseren konservativen und operativen Partnern neue klinische Behandlungsabläufe. Zurzeit etablieren wir zum Beispiel gemeinsam mit der Klinik für Allgemeine- Viszeral und Tumorchirurgie ein „enhanced recovery after surgery“-Programm für Patienten, die sich einer Ivor-Lewis Ösophagektomie unterziehen müssen. Das Programm wird durch das Centrum für integrierte Onkologie (CIO) Köln-Bonn gefördert.

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