Schmerztherapie

Das Schmerzzentrum der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Uniklinik Köln besteht seit 1983 und war damals eine der ersten spezialisierten Einrichtungen für die Versorgung schmerzkranker Patienten in Deutschland. Seitdem widmen wir uns mit multimodalen Ansätzen der Schmerzbekämpfung, sowohl im stationären (Akutschmerzdienst und innerklinischer Konsildienst) als auch im ambulanten Setting (Schmerzambulanz) und bieten ein breites Leistungsspektrum an.

Es besteht für Ärzte der gesamten Uniklinik die Möglichkeit, für ihre stationären Patienten mit komplexen Schmerzzuständen, intern Schmerzkonsile anzumelden, die nach Möglichkeit von uns noch am selben Tag durchgeführt werden. Im Rahmen dieser Konsile werden in Kooperation mit den anfordernden Kollegen Vorschläge für die weitere Schmerztherapie erarbeitet.

Leistungsspektrum

Die folgenden schmerztherapeutischen Leistungen werden in unserem Schmerzzentrum erbracht:

  • Ausführliche ärztliche Schmerzanamnese
  • Schmerzpsychotherapeutische Anamnese, Fokusgespräche und psychologische Betreuung
  • Medikamentöse analgetische Einstellung
  • Regelmäßige Therapiekontrollen, u.a. zur Vermeidung einer iatrogenen Abhängigkeit und zur Reduktion invasiver Maßnahmen
  • Begleitung eines Medikamentenentzugs bei Fehlbehandlung (z.B. bei medikamenteninduziertem Kopfschmerz, unwirksamer oder nicht indizierter Behandlung mit starken Opioiden)
  • Behandlung mit Capsaicin-Wirkfolie (Qutenza)
  • Blutegeltherapie
  • Ganglionäre lokale Opioidanalgesie am Ganglion cervicale superior (GCS-GLOA)
  • TENS-Anlagen (Transkutane elektrische Nervenstimulation) einschließlich Einweisungen und regelmäßigen Verlaufskontrollen
  • Progressive Muskelentspannung
  • Interdisziplinäre fachübergreifende Fallbesprechungen
  • Einleitung und Koordination intensiver physiotherapeutischer und ergotherapeutischer Maßnahmen
  • Vorstellung der Schmerzpatienten in anderen Fachabteilungen und Abklärung somatischer Ursachen (bei Bedarf)
Erkrankungsspektrum

In unserem Schmerzzentrum werden alle schmerzmedizinischen Krankheitsbilder, z.T. im Rahmen von Spezialsprechstunden, behandelt, z.B.:

  • Tumorschmerzen, tumorassoziierte Schmerzen
  • Tumortherapiebedingte Schmerzen (durch Chemotherapie, Operation oder Bestrahlung)
  • Chronische  Schmerzen nach Operationen (z.B. nach intrathorakalen Eingriffen, nach Ablatio mammae)
  • Neuropathische Schmerzen (z.B. Postzosterneuralgie, schmerzhafte Polyneuropathie)
  • Komplexes Regionales Schmerzsyndrom (CRPS oder früher M. Sudeck, typischerweise nach Verletzungen/Operationen an den Extremitäten)
  • Schmerzen des muskuloskeletalen Systems bei chronisch entzündlichen Erkrankungen (z.B. Rheumatoide Arthritis, Kollagenosen)
  • Fibromyalgiesyndrom und myofasziale Schmerzen
  • Chronischer Rückenschmerz (nach Operationen, bei Erkrankungen der Wirbelsäule)
  • Chronische Kopfschmerzen (z.B. Migräne, Spannungskopfschmerz, Kopfschmerzen nach Operationen/Unfällen, seltene Kopfschmerzformen)
  • Chronische Gesichtsschmerzen (z.B. Kiefergelenksschmerzen, atypischer Gesichtsschmerz, Trigeminusneuralgie)
  • ADPKD (autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung )
  • Chronische Schmerzen bei Trockenem Auge (Dry Eye Disease)

Spezialsprechstunden bestehen für Patienten mit Fibromyalgiesyndrom, mit CRPS, mit Trockenem Auge und mit ADPKD (autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung).

Telefonische Beratung

Für unsere Schmerzpatienten bieten wir von Montag bis Freitag 08:30-10:30 Uhr und 14:30-15:30 Uhr eine telefonische Beratung an.

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