Kinderanästhesie und Kinderintensivmedizin

Kinderintensivmedizin

Analgosedierung in der kinderkardiochirurgischen Intensivmedizin

Die Analgosedierung von Kindern und Neugeborenen nach komplexen herzchirurgischen Eingriffen stellt eine große Herausforderung dar, da die Kinder einerseits eine sehr gute Schmerztherapie benötigen, andererseits aber auch möglichst schnell spontan atmen sollen, weil dies in der Regel für die Kreislauffunktion wichtig ist. Eine zusätzliche Problematik besteht in der Vermeidung von Delir, insbsondere bei Kindern, die längere Zeit sediert werden müssen. Methoden wie die inhalative Sedierung mit volatilen Sedativa, die kurzzeitige Sedierung mit Propofol und die Co-Medikation mit Clonidin stellen Optionen dar, diese komplexen Probleme anzugehen. Für diese Substanzen gibt es wenig systematische Studien bei Kindern.

Ziel des Projekts ist die systematische Untersuchung derartiger Behandlungsmethoden im Hinblick auf Effektivität, Sicherheit und Risiken. Konkrete Fragestellungen sind:

  • Ermöglicht die inhalative Sedierung mit volatilen Anästhetika die Spontanatmung?
  • Gibt es Hinweise auf mitochondriale Dysfunktion unter prolongierter Propofolanwendung?
  • Clonidin oder Dexmedetomidin in der unmittelbar postoperativen Phase im Rahmen von Fast-Track-Konzepten in der Kinderkardioanästhesie – gibt es Unterschiede?

Systemische Inflammationsreaktion

Kinderherzchirurgische Operationen mit Herz-Lungen-Maschine verursachen unter anderem schwere Veränderungen der Homöostase: starke Flüssigkeitsverschiebungen, „Capillary Leak Syndrom“ mit Ödemen, oftmals eingeschränkte Nierenfunktion und eingeschränktes Herz-Zeit-Volumen. Es gibt vielfältige Maßnahmen, mit denen versucht wird, diese Nebenwirkungen zu minimieren. Dazu zählen auch die Beeinflussung und der Schutz der Glykokalix, die quasi die Innenauskleidung der Gefäße darstellt. Die Gabe von Kortison scheint eine wichtige Rolle zu spielen. Durch Messung von Zytokinen, Infektionsparametern und Kortisolspiegeln wird untersucht, wie optimale Therapieschemata aussehen können. Außerdem können auch spezielle Marker für die Störung der Glykokalix gemessen werden.

Therapeutische Drug Monitoring von Antibiotika-Spiegeln nach kinderherzchirurgischen Operationen

Die oben genannten Faktoren beeinflussen auch die Pharmakokinetik von Antibiotika. Es gibt bisher nur wenige Daten zu Blutspiegeln von ß-Laktam-Antibiotika bei intensivmedizinisch behandelten Kindern. Da adäquate Wirkspiegel essentiell sind, ist in einem gemeinsamen Projekt mit der Pharmakologie geplant, Wirkspiegel unter den bisherigen, traditionellen Therapieschemata zu untersuchen und zu prüfen, ob Veränderungen derselben notwendig sind.

Kinderanästhesie

In der Kinderanästhesie ist die Kaudalanästhesie ein sehr häufig angewandtes Regionalanästhesieverfahren. Die Kaudalanästhesie mit Ropivacain kann in ihrer Wirkdauer und Effektivität durch die Zugabe von Clonidin erheblich verbessert werden. Bei Kindern unter 10 kg wird aus Sorge um Nebenwirkungen allerdings meistens auf die Zugabe von Clonidin verzichtet, obwohl diese Kinder sicherlich ebenfalls davon profitieren würden. Auf Grund der umfassenden, langjährigen Erfahrung mit Clonidin im intensivmedizinischen Bereich wollen wir prüfen, wie Clondin auch bei Kaudalanästhesien bei sehr kleinen Kindern sicher angewendet werden kann. Dazu gehört auch die Messung von Blutspiegeln in Kooperation mit der Pharmakologie.

Ein weiteres wissenschaftliches Projekt ist die Schaffung einer Datenbank für laparo­skopische Eingriffe und das anästhesiolosche Vorgehen bei Säuglingen, da es nur wenig Daten zu den physiologischen Veränderungen, dem anästhesiologischen Vorgehen und zu Sicherheit und Komplikationen in dieser Altersgruppe gibt.

Über die genannten Projekte hinaus gibt es weitere klinische Studien zu einzelnen Fragestellungen. Viele Projekte finden in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der Klinik und Poliklinik für Kinderkardiologie, der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin sowie der Kinderchirurgie statt.

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