Postoperative Inflammationsreaktion

Systemische Entzündungsreaktionen ereignen sich gehäuft nach einigen spezifischen operativen Eingriffen. Die Ursache, den Verlauf und Möglichkeiten der Intervention zu untersuchen, sind Ziele unserer Arbeitsgruppe.

Diese systemische Inflammationsreaktion entspricht weitgehend der Reaktion des Körpers, wie sie bei einer Sepsis stattfindet, ohne jedoch dass der Nachweis eines infektiologischen Auslösers gelingt. Bei schweren Verläufen sind zur Aufrechterhaltung eines ausreichenden systemischen Blutdrucks große Mengen sowohl an Katecholaminen (v.a. Noradrenalin) als auch an Infusionslösungen vonnöten. Nach bestimmten operativen Eingriffen entwickeln Patienten dabei gehäuft eine systemische Entzündungsreaktion. Die mitunter ausgeprägt hohen Volumen- und Katecholaminbedarfe dieser Patienten sind wiederum Hauptursachen für intensivmedizinische Komplikationen (Pleuraergüsse, Ischämien, Herzrhythmusstörungen, Verschlechterung der Nierenfunktion, verzögerte Entwöhnung vom Beatmungsgerät und allen daraus resultierenden Komplikationen) und damit einer langen Verweildauer auf der Intensivstation. Diese Entzündungsreaktion trägt somit maßgeblich zu Morbidität und Mortalität dieser Patienten bei.

Mit der Identifikation der auslösenden Ursache könnte es möglicherweise gelingen, therapeutisch in das Geschehen einzugreifen und möglicherweise das Entstehen einer postoperativen Inflammationsreaktion zu verhindern oder dessen Schwere zu mildern. Dies könnte dazu dienen, sowohl die Dauer intensivmedizinischer Betreuungsnotwendigkeit als auch die Anzahl kritischer und potentiell lebensbedrohlicher Nebenwirkungen reduzieren zu können.

Prof. Dr.--Wetsch-Wolfgang A.
Prof. Dr. Wolfgang A. Wetsch, M.H.B.A.

Leiter der Arbeitsgruppe