18.11.2020
Anästhesiologie

Virtual-Reality-Schulungen für Intensivtherapie von COVID-19-Patienten

C19-SPACE

Bei der Schulung, Foto: Klaus Schmidt
Bei der Schulung, Foto: Klaus Schmidt

Die Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin schult derzeit ärztliche und pflegerische Mitarbeiter in der Behandlung von COVID-19-Patienten unter Nutzung von modernen Virtual-Reality-Lernwelten. In dem von der Europäischen Union geförderten Projekt unter Leitung der Europäischen Gesellschaft für Intensivmedizin (ESICM) werden Pflegekräfte und Ärzte der Anästhesiologie, die sich nicht regelmäßig auf einer Intensivstation im Einsatz befinden, auf eine mögliche Tätigkeit zur Behandlung von COVID-19-Patienten vorbereitet.

„Das Kursmodell umfasst auch klassische Lehrformate wie Videos und Webinare“, erläutert die Initiatorin Dr. Sandra Emily Stoll, Oberärztin der Klinik. „Mit Virtual-Reality-Brillen haben die Teilnehmer allerdings die Möglichkeit, sich auf einer virtuellen Intensivstation mit den Besonderheiten der Behandlung von COVID-19-Patienten lebensnah auseinanderzusetzen, ohne sich der Infektionsgefahr auf einer realen Station auszusetzen.“ Der COVID-19-SkillsPrepArationCoursE (C19-SPACE) wird voraussichtlich an sechs Terminen angeboten und setzt eine 16-stündige Selbstlernphase voraus, die mit einer Online-Prüfung abgeschlossen werden muss. „Im Präsenztermin können dann bis zu vier simulierte Patientenfälle unter Nutzung der VR-Technologie geübt werden“, so Dr. Stoll.

„Die steigenden Belegungszahlen der Intensivstationen mit COVID-19-Patienten erfordern auch den Einsatz von geeignetem und geschultem Personal“ ergänzt Prof. Dr. Alexander Mathes, Leitender Oberarzt der Klinik. „Ein Intensivpatient benötigt vor allem qualifizierte Pflegekräfte und Ärzte – hier sind wir derzeit gefordert, die hohen Anforderungen dieser Pandemie an unsere Mitarbeiter gewissenhaft zu begleiten. C19-SPACE kann diesen Weg sinnvoll ergänzen, denn es hilft uns, unsere Mitarbeiter auf einen möglichen Einsatz vorzubereiten.“

Die Uniklinik Köln gehört damit zu einer der ersten Kliniken in Europa, die eine Virtual-Reality-Schulung für die Intensivtherapie von COVID-19-Patienten implementiert hat. Nach erfolgreichem Abschluss mit Prüfung erhalten die Teilnehmer als Zertifikat einen „ICU-Passport“ der ESICM, der die Qualifikation nachvollziehbar macht.

Nähere Informationen zum Projekt

Nach oben scrollen